Zurufe

Gerhard Mevissen - Zuruf im Januar 2015
Blüten des Augenblicks 21 a-o

Zuruf im Januar 2015

Im Atelier

Ein Mann sagt zu einem Maler:

„Ich habe vor einem Jahr bei Ihnen ein großes Stille-Bild erworben.
Seit einigen Monaten gibt es mir keine Ruhe und keine Erholung mehr.“


Der Maler: „Das Bild schweigt?“


Der Mann: „Ja. Dabei habe ich viel Geld dafür bezahlt,
damit es mir hilft, meine schwere Arbeit zu ertragen.“


Der Maler: „Und nun liefert das Bild nicht mehr?“


Der Mann: „Genau. Das Bild macht einen schlechten Job.
Es liefert mir nicht, was ich von ihm brauche.“


Der Maler: „Und was wollen Sie jetzt von mir?“


Der Mann: „Ich will das Bild gegen ein besseres eintauschen.“


Der Maler: „Ausgeschlossen! Ich bin doch kein Gebrauchtwarenhändler!“


Der Mann: „Ich nehme gerne ein teuereres Bild. Dann machen Sie
sogar noch einen kleinen Verdienst dabei.“


Der Maler: „Ausgeschlossen sage ich! Ich tausche niemals Bilder um.
Genau genommen ist es ein riskantes Unternehmen, ein geistiges Wesen
wie ein Bild in fremde Hände zu geben. Das ist nun geschehen.
Sie tragen jetzt die Verantwortung dafür. Es ist Ihre Aufgabe,
so mit ihm umzugehen, dass es wieder mit Ihnen sprechen will.“



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