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Gerhard Mevissen - Newsletter im August 2018

Brief aus dem Atelier 62 - August 2018


Liebe Freundinnen und Freunde kontemplativer Kunst!

Ü ber die Sommertage, häufig zu heiß und zu trocken, ereigneten sich einige glückvolle Neuigkeiten in meiner Malerwelt. Erst flatterte mir ein Belegexemplar der internationalen Fachzeitschrift „COMMUNIO“ (47. Jahrgang Juli/August 2018) ins Haus. Hierin befand sich ein dreizehnseitiger Artikel, in dem jeweils ein Abendmahlsbild von Harald Duwe (1978), von Dirk Bouts (1464-68) und mein Bild „Fährte Mensch II. 12.7 (Emmausweg)“ von 2003 miteinander verglichen werden. Dem Autor Thomas Menges gelingt hier eine interessant-spannende Kunstbetrachtung.

W enige Tage später erhielt ich wieder ein Belegexemplar, diesmal vom Wallstein Verlag. Es handelt sich um einen Sammelband mit dem Titel „Arbeit 5.0 oder Warum ohne Muße alles nichts ist“, herausgegeben von Martin W. Ramb und Prof. Holger Zaborowski. Hierin ist u. a. auf zehn Buchseiten ein Interview über meine kontemplativ gestützte Malerei abgedruckt, mit farbigen Abbildungen meiner Werke. Das Interview fand im Dezember 2017 statt und liegt damit nun gedruckt vor. Das Buch versammelt aktuelle Beiträge aus verschiedensten Blickwinkeln der Wissenschaft, der Politik, der Kunst, der theologischen und der klösterlichen Welt.

U nd dann trifft hier zur Zeit etwa jede zweite Woche ein Paket ein mit Kunstpostkarten von Bildern und Texten aus meiner Arbeit. In verschiedenen Größen werden sie in kleinen Auflagen gedruckt, gestaltet von Lisa Mevissen. Am Ende werden es 17 Motive in verschiedenen Größen sein, die ich Ende September zusammen mit der Bewerbung der „Jahresgaben 2018“ anbieten möchte.

A uch hier begeistern mich diese kleinen Bausteine einer Sichtbarwerdung meiner Arbeit. Es ist schön zu erleben, wie diese Bilder, die längst in privaten oder institutionellen Räumen ihr Zuhause gefunden haben, - reproduziert - öffentlich anschaubar gemacht werden. So wird schöpferische „Lichtsaat“ weiter ausgestreut, wandernd dorthin, wo die realen Bilder nicht hingelangen können, nun aber als kleine Reproduktionen beschrieben verschickt, verschenkt, von kleinen Briefen aufgeladen von Mensch zu Mensch ihre persönlichen Wege machen.

D ann kehre ich gerade von einer kleinen Reise – mit meiner Frau Brigitte – aus München zurück. Dort habe ich mir einen alten Traum erfüllt, die grandiosen Bilder des Malers Cy Twombly in der „Sammlung Brandhorst“ zu besuchen. Hier sind u. a. der vollständige „Lepanto“-Zyklus zu sehen und die komplette Serie der „Roses“, die Twombly 2011 noch als Achtzigjähriger in extremen Großformaten schuf.

D ie Unmittelbarkeit dieser Bilder, die so ausschließlich für sich selber sprechen und gleichsam ganz rückhaltlos offen und klar ihren Betrachter*innen begegnen, beeindrucken mich sehr. In seiner Bildsprache drückt sich hier ein Maler mutig aus, der aus dem Selbstvertrauen schöpferisch handelt, das sich aus dem Gelingen speist, in seiner eigenen Spur zu leben und zu schaffen, in einem fruchtbaren Wechsel aus Rückzug und Sichtbarwerden. Solche Bilder lesen sich wie die Offenbarung eines freien Raumes, in dem Betrachter*innen etwas Sinnstiftendes finden und etwas über sich und die Welt erfahren können.

I ch fuhr heim von dem Glück erfüllt, an diesem gegenwärtigen und unmittelbaren Sehen teilzuhaben und mich als Maler an den Tiefenströmungen dieser Bilder nähren zu dürfen.

Herzliche Grüße,
Ihr Gerhard Mevissen
Monschau, 13. August 2018