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Gerhard Mevissen - Newsletter im November 2016

Brief aus dem Atelier 41 - November 2016


Liebe Freundinnen und Freunde kontemplativer Kunst!

I ch beginne mit der Ankündigung des nächsten Ausstellungsprojektes: Im Rahmen des 9. Ökumenischen Kirchenmusikfestivals Köln findet am Sonntag, dem 20. November, um 16.00 Uhr die Eröffnung meiner Bildsetzung in der „Grabeskirche Köln“ (Helmholtzplatz) statt. Sie dauert bis zum 11. Dezember (Öffnungszeiten täglich 10.00 bis 17.00 Uhr).
Nähere Informationen finden Sie auf dem Internetportal des Kichermusikfestivals:

Kirchenmusikfestival

A ls Zuruf des Monats habe ich einen Text eingestellt, der keine real erlebte Szene beschreibt, aber viele Wahrnehmungen und Begegnungen bündelt, die sich in mir im persönlichen Erfahrungsfeld mit schwerkranken Menschen gesammelt haben. Umrahmt wird der Text von der „Zeit Schonung 33“.

Zuruf des Monats November

D er erste Monat nach seinem Erscheinen geht für das Frühlingsläuferbuch zu Ende. Er mündete in der festlichen Buchpräsentation im großen Lesesaal der Kölner Diözesan- und Dombibliothek. Hier setzte sich ein großer Reichtum von poetischen und spirituellen Atmosphären frei: Wunderbare Musik von zwei Musikern aus Bagdad und Aleppo, starke persönliche Reden von den Leitern der Bibliothek, feinstimmige LeserInnen meiner Texte, der Dienst an den Tischen (Bücher, Bucheditionen, Bewirtung) und ein aufmerksames, konzentriertes Publikum (von großer Zahl).

I ch empfand dies alles als einen traumhaft schönen Klangraum und bin sehr dankbar dafür. Es war eine große Freude für mich, zu so vielen weichen Ohren sprechen zu dürfen. Immer wieder kam mir die Gedichtzeile von Jan Skácel in den Sinn über sein künstlerisches Selbstverständnis: „Ich bin ein Radar unter den Linden.“ Ja, es rauschte wirklich wie in einem Lindenhain an diesem Abend.

W ährend meiner eigenen, kleinen Moderationsbeiträge fand sich u. a. der Gedanke von dem großen unsichtbaren Bereich eines schöpferischen Lebensbogens. Eine schöpferische Arbeit ist viel mehr als das, was von ihr öffentlich sichtbar wird. Sie entsteht im Laboratorium des ständigen Wahrnehmens, Nachdenkens und Nachsinnens, der Gespräche und Kurznotizen und vielem mehr.

A ls freischaffender Künstler habe ich weniger alltägliche und berufliche Aufgaben als meine Mitmenschen. So schaue ich mehr und länger hin als die anderen, horche intensiver, halte länger aus, was durch meine Fühler geht und filtere so möglichst komplexe Essenzen heraus. Sie lege ich ein in Bilder oder Worte. So werden sie sichtbar und hörbar für andere. Der schöpferische Mensch, der scheinbar nichts tut, geht die notwendigen, anstrengenden Wege und hält sie möglichst lange durch, um ein zärtliches Wort oder ein raumstiftendes Bild zu kreieren.

O ft werde ich gefragt, wie ich als Maler zu meinen Worten komme. Die Worte treten spontan in den Bildprozessen mit zu tage. Es bildet sich ein Satz aus. Er bleibt lange mündlich. Ich spreche ihn mir laut zu, wieder und wieder; Worte, die mir gut tun, in dem Sinne, dass sie mir ein Stück Selbstverstehen schenken, mich trösten, wärmen und erhellen. Ich verspüre dann den tiefen Impuls, sie mit anderen teilen zu wollen. Ich schreibe sie auf. Dabei verändern sie sich meist ein wenig und vermehren sich um ein paar Zeilen und Gedanken.

I ch höre aus dem „Lindenwald“, dass es viele LeserInnen ähnlich machen. Sie lesen die Worte sich selbst oder anderen laut vor. Oder sie lernen sie auswändig, um sie immer bei sich zu haben. Sie sprechen oder schreiben sie anderen zu und verbreiten sie so weiter. Wie schön!

Herzliche Grüße,
Ihr Gerhard Mevissen
Monschau, 1. November 2016

P.S.: Ich möchte nicht vergessen, auf die Jahresgaben-Aktion 2016 hinzuweisen. Sie wird Mitte des Monats November eigens angekündigt. Ich brauche noch etwas Zeit.