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Gerhard Mevissen - Newsletter im Juli 2016

Brief aus dem Atelier 37 - Juli 2016


Liebe Freundinnen und Freunde kontemplativer Kunst!

Z unächst ein Hinweis auf die neu gestaltete Startseite meiner Internetseite zum Thema: Im Rund.
"Im Rund"

I n den Jahren 2008 – 2012 habe ich intensiv und meist in einer vierzehntägigen Rhythmik einen Tag in der Kölner Diözesan- und Dombibliothek verbracht. Dort durfte ich mich mit den sehr wertvollen, mittelalterlichen Handschriften auseinandersetzen. Diese großen Buchkörper voller kunstvoll beschriebener und bemalter Pergamentblätter messen aufgeschlagen eine Höhe bis zu 60 cm und eine Spannweite von 70 bis 80 cm.

D amals nannte ich sie „Buchorte“ und erlebte an ihnen ganz konkret, dass viele Erfindungen des Menschen leibliche Grundlagen haben. So waren mir diese großen „Buchorte“ ein Gegenüber, dem Menschen ähnlich: das aufgeschlagene Buch wie die achsiale Spiegelung unseres menschlichen Körpers. Die Seiten gehalten von ihrer Mittelheftung wie eine Wirbelsäule. Zudem ist der äußere Vorgang des Aufschlagens eines Buches auch ein innerer. Ich empfand dies immer wieder als das Öffnen eines inneren, geistigen Raumes. Hierin konnte ich mich lesend und denkend einrichten.

A ls kleine Betrachtung schrieb ich diesen Gedanken damals auf. Er ist als Zuruf des Monats Juli eingestellt. Ihm zur Seite finden Sie ein Bild von einer Buch-Edition zum gerade entstehenden Buch „Frühlingsläufer“. Sie spielt auf diese Verleiblichung des Buches an: Hier erscheint auf der linken Seite ein Text aus dem neuen Buch und auf der rechten Seite ein Aquarell dazu. Als „Wirbelsäule“ fungiert eine Faltung des Büttenträgerpapiers.
Zuruf des Monats Juli

J a, so ist es zur Zeit. Ich niste schöpferisch bei der Entstehung meines „Frühlingsläufer“- Buches wie in einem Buchraum ein. Umgeben von Bildern und Texten aus den letzten vier Jahren fühle ich mich als Künstler wieder heimgekommen in mein Leben. Ich habe 52 Textstationen ausgewählt und 49 Bilder. Es ist eine große Freude für mich, dass dies wieder möglich ist nach meiner langen Krankheitsphase. Ich bin wieder daheim in meinem musischen Reich und kann ein Bild-Text-Künstlerbuch nach draußen schicken. Ich wünsche mir, dass es auf Menschen trifft, die darin fündig werden für sich.

E s ist eine wundersam aufregende Zeit. Ich fühle mich vom „Frühlingsläufer“-Buchraum intensiv aufgenommen. Und ich bin hier nicht allein. An meiner Seite in diesem komplexen Gestaltungsprozess habe ich Chris Schlag aus Leipzig. Er gestaltet das Buchlayout im Stile des „Zuruf des Monats“. Und dann ist da Professor Siegfried Schmidt aus der Dombibliothek Köln. Er hat das Lektorat für das Buch übernommen und trägt überdies viel Inhaltliches und Praktisches bei. Ganz nebenbei ist er auch die Brücke zu den „Zeitheftungen-Buchorten“, der altehrwürdigen Handschriften der Kölner Dombibliothek.

D arüberhinaus habe ich die Menschen aus dem „Freundeskreis Gerhard Mevissen“ in meinem Rücken. Was gibt es Schönes als Solidarität und Weggemeinschaft für die schöpferische Arbeit?

Herzliche Grüße,
Ihr Gerhard Mevissen
Monschau, 1. Juli 2016