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Gerhard Mevissen - Newsletter im Dezember

Brief aus dem Atelier 30 - Dezember


Liebe Freundinnen und Freunde kontemplativer Kunst!

Z uerst möchte ich noch einmal auf die diesjährige Kunstaktion der „Jahresgaben 2015“ hinweisen, die in wenigen Tagen – am Sonntag, dem 6. Dezember – zu Ende geht.
Jahresgaben 2015

V or einigen Wochen beobachtete ich einen spätblühenden Wiesen-Löwenzahn, der seine Flugsaat in den Herbstwind hielt. Das liess mich die Worte für den Zuruf des Monats Dezember finden.

E s war warm und dennoch kurz vor dem Winter. Welch ein tollkühner Versuch der Fortpflanzung, welch ein Vertrauen!? Oder es geschieht einfach, was das Leben geschehen lässt. Als Bild ist eine Aquarellminiatur zu sehen, die eine flugsaatartige Botschaft in dem Torausschnitt eines „Stille Speicher-Bildes“ zeigt.

K urz vor dem Ende des Monats November hat es hier oben auf der Wiesenhöhe zum ersten Mal geschneit. Die matschige Schneedecke klebte für zwei Tage am Boden. Die Landschaft hat ihre zweite Form schon einmal anprobiert. Das wird sie bald häufiger und intensiver tun. Auch dahinein trifft der Schlußgedanke vom Zuruf des Monats:

„Es (das Samenkorn) senkt sich bald ein in die Ruhe der Erde,
sucht hier Ankunft in der Ummantelung
seines möglichen Fruchtbarseins.“

D as beschreibt genau mein Wintergefühl des Schaffens. In den kalten Monaten befinde ich mich hier als Maler in einem besonderen Rückzug am winterlichen „Ende des Welt“. In dieser Zeit vermeiden es die meisten kunstinteressierten Menschen, in die Eifel zu fahren, aus Angst vor Schneetragödien. Das trifft in der Regel nur auf den Tag des Wintereinbruchs zu, aber nun ja...

D as Winterhalbjahr ist überdies seit jeher meine fruchtbarere Jahreshälfte. Ich mag es, wenn draußen die Wetter toben, dann fühle ich mich gut geschützt im Atelier und spüre tiefe schöpferische Strömung in mir.

N un geht das dritte Jahr meiner gesundheitlichen Krise zu Ende. Ich bin sehr dankbar für all das, was sich weiter verbessert hat. Und ich bin glücklich darüber, seit einiger Zeit wieder in tiefer Gelassenheit zu malen und in dem besonderen Gefühl zu leben, wieder am großen schöpferischen Strom angeschlossen zu sein und dies auch verkraften zu können.

Herzliche Grüße,
Ihr Gerhard Mevissen
Monschau, 1. Dezember 2015