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Gerhard Mevissen - Newsletter im Oktober 2015

Brief aus dem Atelier 27 - Oktober 2015


Liebe Freundinnen und Freunde kontemplativer Kunst!

Z unächst möchte ich auf zwei Sonntage im Oktober hinweisen, an denen ich – nach drei Jahren Unterbrechung – wieder damit beginnen möchte, Offene Ateliernachmittage zu gestalten.
An den Sonntagen 11. und dem 18. Oktober von 12 bis 17 Uhr erwarten meine Frau Brigitte und ich interessierte BesucherInnen.
In kleinen Gesprächen und Begegnungen oder auch in Ruhe für sich allein können Sie an meinem Arbeitsort die frische „Ernte“ der aktuellen Bildzyklen erkunden oder auch „alte Bekannte“ wiederfinden.
Es ist hilfreich für die Vorbereitungen, wenn Sie kurz über Email oder Telefon ihren Besuch ankündigen. Aber spontanes Hereinschneien ist natürlich genauso erwünscht.
Die Kontaktdaten finden Sie am Ende dieser E-Mail

D ann noch ein Wort zur neuen Startseite „Blick ins Depot“.
Die vielfältigen Resonanzen zu den „Oldies“ bestätigen mich darin, dieses Thema aufgegriffen zu haben. Einige äußerten den Wunsch, dies doch häufiger zu tun.

N un zum Zuruf des Monats Oktober:
Flüchtlinge. Das Wort, das Thema, diese aktuelle sich mächtig vollziehende Welle einer großen Menschenbewegung, daran kann seit einigen Wochen und Monaten niemand vorbeischauen. Mir fiel für den Zuruf des Monats Oktober ein Bild aus meinem „Blindgänge-Zyklus“ der Jahre 2000 bis 2002 ein. Dem habe ich dann einen Zurufetext an die Seite gestellt.
Zuruf im Oktober 2015

I m Bild kann man ein flüchtiges Menschenwesen vorbeihetzen sehen: ein stiernackig gehaltener Kopf in Bewegungsrichtung, das eine Bein als energischer Stemmschritt nach vorne, das andere Bein lang und dünn gezogen, noch verhaftet an das Dort, wo es herkommt. Es will nicht weg, kann aber nicht bleiben. Um sein Leben zu retten, flieht es zu einem anderen Ort. Dort, wo es ankommen will, ist es auch ein Störfaktor, bringt es vieles durcheinander, selbst wenn guter Wille verhanden ist. Ausgangspunkt und Ziel sind zunächst sehr schwierige Orte.

I n meinen Ateliergesprächen ist der Themenkreis „Flucht und Vertreibung“ besonders präsent durch die Erzählungen älterer Menschen. Ihnen rütteln die aktuellen Bilder und Berichte in den Nachrichtensendungen und Tageszeitungen persönlich an Leib und Seele. Sie wühlen Fluchterfahrungen in ihrer eigenen Kindheit und Jugendzeit unangenehm auf. Das ließ ich in den aktuellen Zuruf des Monats bündelnd einfliessen.

F lucht ist eines der großen, unheilharen Wundthemen, für die betroffene Menschen nach palliativem Trost, nach ummantelnder Linderung ihres vagabundierenden Schmerzes durch ein mitfühlendes Gegenüber tasten. Zu ändern ist hier nichts, wieder gut zu machen auch nicht, aber wohltuend wirkt hier menschliche Anwesenheit, die einfach da und mit ihnen ist. So wird eine kalte, einsame Wunde ein wenig verbindend gewärmt, eben ummantelt.

Herzliche Grüße,
Ihr Gerhard Mevissen
Monschau, 1. Oktober 2015