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Gerhard Mevissen - Newsletter im Juli 2015

Brief aus dem Atelier 24 - Juli 2015


Liebe Freundinnen und Freunde kontemplativer Kunst!

T rotz all des Regens im vergangenen Monat stehen in meiner Wildblumenwiese auf tausenden dünnen Halmen die verschiedensten Gräser, der Pipau oder der Sauerampfer mit ihren Blüten hoch über der Grasnarbe und speichern schwebend Licht. Gleichzeitig blühen zur Zeit im Perlbachtal und in der Biley die Arnika-Populationen.

S o musste ich mich entscheiden, ob ich als Zuruf des Monats Juli den Sauerampfertext aus meinem Zurufe-Buch oder einen noch unveröffentlichten Arnika-Text wähle. Ich entschied mich für die sinnlichen Worte über die Arnika.

Zuruf im Monat Juli 2015

I n den Galerieräumen der Kölner Pensionskasse ist am 25. Juni die „Post-von-der-Insel-Bildsetzung“ eröffnet worden. Es war für mich ein Wiedersehensfest mit vielen Menschen, die ich in der Zeit meiner dreijährigen Ausstellungsabstinenz in Köln nicht mehr gesehen hatte. Viele gaben mir die Rückmeldung, eine starke Weiterentwicklung in den neuen Aquarellen vorzufinden. Das macht mich froh. Es wurde also erlebbar, dass ich seit einiger Zeit meine Kraft viel ungeteilter auf mein Schaffen hin ausrichten kann und ich weniger Störungen durch Außenaktivitäten ausbalancieren muss.

Info zur aktuellen Ausstellung in Köln auf der Startseite meiner Homepage

D iesmal gab es eine weibliche Bildhängung zu sehen: Katharina Gall und Raphaela Kaets vom Freundeskreis bauten den Zusammenklang von 32 Aquarellen über drei Etagen auf. Professor Siegfried Schmidt hielt eine sehr persönliche und fundierte Eröffnungsrede.

I ch erinnere die wohlige Stimmung in mir: Von dem Druck, der in der Fülle von Aufgaben vor Ausstellungsprojekten sonst entsteht, war ich durch die vielfältige Unterstützung der „Kölner Mevissenfreunde“ (wie sie sich selbst nennen) freigestellt, mich auf weniges zu beschränken. So konnte ich beim Rahmen der Bilder in seltener Ruhe meine frische Bildernte betrachten und sie dann eines nach dem anderen Exponat in ihre Rahmenhäuser einziehen lassen.

I ch genoß die leise Hoffnung, dass die Menschen, die bald meine neuen Aquarelle betrachten würden, auch etwas von der tiefen, stillen Freude in den Bildkompositionen mit den vielen, kleinen Bildelementen spüren werden: Diese Beschwingtheit und Heiterkeit des Spiels mit den leichteren und schwereren Gewichten in den komplexen Partituren der Bildgeschöpfe. In diesen Partituren versuche ich, das Klanggewebe einer breit strömenden Dankbarkeit für das Lebendigsein auszuspannen.

J a, und während ich dann die Bilder rahmte, fühlte ich ein wundersames Staunen, sie so anzuschauen. Und mir ging auf, wie selten ich dies bislang getan hatte. Man schafft und schafft und schafft, wirft aber viel zu selten einen Blick in das nicht selbstverständliche Glück der gut gefüllten Scheunen. Ach ja,...

Herzliche Grüße,
Ihr Gerhard Mevissen
Monschau, 1. Juli 2015