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Gerhard Mevissen - Newsletter im März 2015

Brief aus dem Atelier 20 - März 2015


Liebe Freundinnen und Freunde kontemplativer Kunst!

A uf der Homepage werden Sie eine Neuerung vorfinden: Der Newsletter erhält auch - wie der Zuruf des Monats - eine eigene Unterseite und ist nun auf direktem Wege erreichbar.
Sie können sich dort für den Newsletter an- und abmelden, den aktuellen Newsletter lesen und in Kürze auch das Archiv aller bereits verschickten Briefe aus dem Atelier einsehen.
Wenn Sie Freunden und Interessenten meinen Newsletter empfehlen möchten, würde ich mich freuen, wenn Sie diese Adresse weitergeben:
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D er Zuruf des Monats März hat sich bei mir vor wenigen Tagen eingestellt und ich habe ihm die „Bleibe im Treibenden 36“ zugeordnet, die eine archaisch anmutende Atmosphäre zwischen Lichtwerden und Dunkelbleiben ausbalanciert.
Zuruf des Monats März, hier klicken

O ft finde ich es schwierig, frische Frageimpulse in den Bildraum einzupflanzen und zwar visuell so zurückgenommen und verborgen, dass sie uns Betrachter nicht so dramatisch anspringen, sondern persönlich entdeckt werden können.

E bensosehr sehe ich es als Geschenk an, wenn es gelingt, dem Bild eine archaische Kraft zu verleihen, die in der Bildbetrachtung nach der naturhaften Vitalität und dem Witterungspotenzialen im Menschen greift.

D as Archaische, das Naturhafte, das Urgewaltige, davon können wir uns berühren lassen, es bewundern, uns dadurch Sehnsucht stiften lassen. Aber die menschliche Wildheit ist nur begrenzt vorhanden. In erster Linie sind wir kulturelle Wesen, seßhaft und mehr oder weniger bürgerlich. Unsere Erfindungen erwachsen meist über Forschung, Gedanken, Kreationen, Reflexion, Austausch und Empirie.

U nsere Wälder sind in der Regel gepflanzt. Das Gras wird gemäht, getrimmt und gespritzt. Wir wissen, wo und wie es sein darf und wo und wie nicht.

W ir können darüber staunen, wieviel Wind und Regen die Halme vieler Blumen und Gräser aushalten, ohne abzuknicken. Die Statik aus Röhre und Knoten ist von unglaublicher Elastizität und Kraft. Es kann eine fruchtbare, kreative Wechselwirkung zwischen Kultur und Natur geben, aber sie naiv zu vermischen, sollten wir vermeiden.

A ls Grundschulkind habe ich eine Zeit lang viele Kirschkerne geschluckt. Ich glaubte, so würde ein Kirschbaum in meinem Bauch gesät, der mich dann zu einem Süßkirschgehölz auswachsen könnte. Ich wollte lieber ein Baum sein als ein Mensch. Außer Verdauungsproblemen kam nichts Konkretes dabei heraus.

B ei aller inspirierenden Nähe zur Natur, sie bleibt dennoch auch die große Fremde, die Übermächtige, die Unberechenbare. Wir können die Stärke des Grashalmes bewundern, ihn uns als Sinnbild gestalten und daraus geistig etwas Aufrichtendes und Windwogiges für uns fruchtbar machen, aber wir sind kein Gras

Herzliche Grüße,
Ihr Gerhard Mevissen
Monschau, 1. März 2015