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Brief aus dem Atelier 9 - April 2014

Liebe Freundinnen und Freunde kontemplativer Kunst,

Ein besonderer Blumenfund weist sich den Weg in den neuen Brief aus dem Atelier:
das dreilappige Leberblümchen, das mir im vergangenen Jahr eine naturkundige Frau aus ihren üppigen Beeten für meinen Wildblumengarten schenkte und das –obwohl so selten – nun in diesem Frühling hier wieder aufgetaucht ist. Sogleich löste das einen neuen Zuruf in mir aus.
Daneben stelle ich ein Bild aus dem Zyklus "Wanderatelier". Es entstand vor einem Jahr wiederum angeregt durch das florale Geschenk dieses Leberblümchens.
Zuruf im April 2014

In der verstärkten Malklausur der vergangenen 15 Monate hat sich meine Zeit deutlich verlangsamt und gedehnt. Über meine inneren und äußeren Wanderungen in der Natur haben die Themenfelder des Wanderns, der abstrakten Landschaft und der Tiefe der Wildblumen in meinen Bildern intensiv Einzug gehalten. Dies findet seine Heimat seit dem Januar 2013 in dem Zyklus "Wanderatelier". Ich sammele vermehrt Bildideen und Worte unterwegs und meine Atelierräumlichkeiten auf der Alzer Wiesenhöhe sind mir der Hüttenpunkt meines Wanderateliers geworden.

In der Zeitschonung des Ateliers des vergangenen Jahres habe ich in Ruhe über vieles neu nachdenken können und damit begonnen, meine inneren Richtkräfte auf eine nächste Schaffensphase hin nachzujustieren. Im Grunde genommen ist es ganz einfach: Ich bin ein Wanderer, der malt; der malt in Farben und Worten. Ich verdichte und erzähle darin von meinen eigenen Wahrnehmungen und Wege-Erfahrungen und schaffe dabei Denk- und Fühlräume für interessierte, geistig verwandte Menschen mit.

Ich habe erkannt: Ich bewege mich nicht auf den Hauptstraßen. Ich brauche den Schutz des einfachen Landes und das sinnliche Grün in der großräumigen Zeitrhythmik der Jahreszeiten. Ich bin ein Mensch des weiten und freien Landes.
Dort säe und ernte ich meine schöpferischen Wesen und trage sie in die Städte, so wie es die kleinen Bauern früher mit ihren Erzeugnissen in meiner Heimat machten.
Ich halte Stationen, um zu sammeln, und halte Stationen, um meine Ernte zu zeigen und anzubieten.

Nicht, dass ich nicht davon geträumt hätte, auf großen Orgeln zu spielen in lichtdurchfluteten Kathedralen der urbanen Kunstzentren. Aber es zog mich auf die Höhen weit draußen, abseits von den großen Straßen. Hier stille ich mich ein und versuche mit meinen kleinen Ohren mich für das große Lauschen immer wieder zu öffnen. Hier spiele ich eher eine kleine Hirtenflöte und versuche eindringliche und zarte Töne zum Klingen zu bringen.


Ein Hinweis:
Am Sonntag, den 6. April startet meine Ausstellung "Das Mögliche zum Fließen bringen" im Haus Hohenbusch in Erkelenz. Dazu möchte ich Sie herzlich einladen.
Für alle Interessierten, die es nicht dorthin schaffen, gibt es die Möglichkeit, die dort ausgestellten Bilder auf meiner Internetseite zu betrachten. Hier finden Sie eine Auswahl von 12 Bildern, sowie den digitalen Katalog der gesamten Ausstellung.

Herzliche Grüße,

Ihr Gerhard Mevissen
Monschau, 01. April 2014