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Brief aus dem Atelier


Liebe Freundinnen und Freunde kontemplativer Kunst

Das Konzept der neuen Homepage umfasst nicht nur eine fünf- bis sechsmal wechselnde kleine Ausstellung auf der Startseite, sondern auch monatlich neue "Zurufe". Für den Monat Oktober habe ich einen Text-Bild-Dialog ausgewählt aus einem noch jungen Bildzyklus mit dem Namen "Autobiographische Architekturen".
www.gerhard-mevissen.de/zurufe.html
(Sollten Sie an dieser Adresse noch den vergangenen Zuruf vorfinden, aktualisieren Sie Ihre Ansicht, indem Sie die F5 Taste drücken)

In der derzeitigen Stille meiner Malklausur berühren mich mehr und mehr auch Kindheitsmomente von atmosphärischer Dichte. Sie führen zu persönlichen Betrachtungen und Text-Bildern. Für die persönlichen Notationen – Texte, die später zu Bildlösungen führen – habe ich eine Vorstellung von visuellen Bildarchitekturen entwickelt, die fundamentale und aufbauende Momente des Lebens markieren möchten. Mein Leitgedanke ist hier, solcher Art autobiographischer Fragmente aufzusuchen und als tragende, vertikale Lebensarchitekturen zu versinnbildlichen.

Der Text der ersten "autobiographischen Architektur" enstand im August des vergangenen Jahres sozusagen unter Wasser. Auf der Heimreise von Irland über London schrieb ich ihn spontan in mein Reisetagebuch nieder, gerade als ich im Eurostar unter dem Meer nach Lüttich gefahren wurde. Im Februar 2013 folgte dann die bildernische Umsetzung der Worte und nun sende ich Ihnen das Ergebnis auf der Homepage zur persönlichen Betrachtung zu.

Zu diesem persönlichen Schritt haben mich die vielen Resonanzen von den LeserInnen meines Zurufe-Buches ermutigt. Viele fühlten sich besonders von den autobiographischen Zurufe-Texten berührt und so wurden für sie eigene biographische Erinnerungsmomumente intensiv wahrnehmbar und neu anschaubar.
Der fruchtbare Dialog und seine Wechselwirkung zwischen den biographischen Momenten verschiendener Menschen fasziniert mich hier besonders; Momente mit einer größeren Tragfähigkeit, die sich sichtbar oder unsichtbar fortschreiben und auswirken über das gesamte Leben hin.

Ich will noch erwähnen, dass ich seit meiner Jugendzeit bis heute mit großem Interesse Biographien und Autobiographien von Künstlerinnen und Künstlern lese und darin nach erhellenden und berührenden Momenten suche, die mir geistig verwandt erscheinen und mir die Beschäftigung mit ihrer Kunst intensivieren und ein wenig mehr ausleuchten helfen. Auch bin ich fest davon überzeugt, dass die Kindheit in einer schöpferischen Lebensleistung eine ungeheuer wichtige Bedeutung über die gesamte Zeitspanne hinweg hat, ja, geradezu das Zentralfundament einer sensiblen Wahrnehmung der Innen- und Außenwelt darstellt.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dem neuen Zuruf auf der Homepage.

Herzliche Grüße,
Ihr Gerhard Mevissen
Monschau, 01. Oktober 2013